Kurz gesagt: Wenn Ware aus China in die Europäische Union gelangt, muss sie beim Zoll angemeldet werden. Je nach Produkt können Zölle anfallen, und die Einfuhrumsatzsteuer ist zu entrichten. Die Höhe hängt vom Zolltarifcode (HS-Code) des Produkts, seinem Ursprung und seinem Wert ab. Die offiziellen Sätze finden Sie in der europäischen Datenbank TARIC. Für einen konkreten Fall bestätigt Ihnen ein Spediteur oder Steuerberater, was für Sie gilt.
Dieser Artikel erklärt die Grundlagen. Er nennt bewusst keine Sätze: Sie hängen vom jeweiligen Produkt ab und können sich ändern.
1. Die Zollanmeldung
Jede eingeführte Ware muss beim Zoll angemeldet werden. Die Anmeldung enthält unter anderem die Art des Produkts (über seinen HS-Code), seinen Ursprung, seinen Wert und den Importeur. Häufig übernimmt das ein Spediteur oder ein Zollagent.
2. Der HS-Code: der Schlüssel zu allem
Der HS-Code (Harmonisiertes System, englisch HS code) ordnet jedes Produkt in eine internationale Nomenklatur ein. Er bestimmt:
- ob und welche Zölle anfallen;
- mögliche besondere Vorschriften (Normen, Lizenzen, Sondermaßnahmen).
Ein falscher Code kann unerwartete Kosten oder Sanktionen nach sich ziehen. Lesen Sie dazu unseren Artikel: HS-Code: so finden Sie den richtigen für Ihre Produkte.
3. Die Zölle
Zölle werden auf Ebene der Europäischen Union festgelegt und gelten in allen Mitgliedstaaten gleich. Meist werden sie als Prozentsatz des Zollwerts der Ware berechnet. Manche Produkte sind zollfrei, für andere können je nach Ursprung besondere Maßnahmen gelten.
4. Die Einfuhrumsatzsteuer
Die Mehrwertsteuer wird bei der Einfuhr erhoben, grundsätzlich auf den Warenwert zuzüglich Transport und Zöllen. Die Mehrwertsteuersätze legt jedes Land selbst fest (Belgien, Frankreich …).
Für ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen ist die Einfuhrumsatzsteuer nach nationalem Recht meist abziehbar, und bestimmte Verfahren ersparen die Vorfinanzierung. Ihr Steuerberater sagt Ihnen, was für Ihr Unternehmen gilt.
5. Wer zahlt, wer kümmert sich?
Das hängt vom Incoterm ab:
- bei FOB oder CIF übernehmen Sie die Verzollung bei Ankunft;
- bei DDP (geliefert verzollt) kümmert sich der Verkäufer oder sein Partner darum und zahlt Zölle und Steuern für Sie.
6. Wo finden Sie die offiziellen Informationen?
- TARIC: die Datenbank der Europäischen Union mit den Maßnahmen für jeden Produktcode.
- Access2Markets: das Tool der Europäischen Kommission für Importeure.
- Belgischer Zoll (FÖD Finanzen) und französischer Zoll (douane.gouv.fr): nationale Verfahren und Mehrwertsteuer.
Häufige Fragen
Sind die Zölle in Belgien und Frankreich gleich? Ja, sie werden europaweit festgelegt. Mehrwertsteuersätze und manche Verfahren sind dagegen national geregelt.
Brauche ich eine besondere Nummer, um zu importieren? Unternehmen, die in die EU importieren, benötigen grundsätzlich eine EORI-Nummer. Ihre Zollverwaltung erklärt Ihnen, wie Sie sie erhalten.
Quellen und nützliche Links
- TARIC-Datenbank: ec.europa.eu/taxation_customs
- Access2Markets: trade.ec.europa.eu/access-to-markets
- Belgischer Zoll: finances.belgium.be — Französischer Zoll: douane.gouv.fr
Allgemeine Informationen ohne Gewähr. Dieser Artikel nennt keine Sätze: Für Ihren konkreten Fall ziehen Sie die offiziellen Quellen, Ihren Spediteur oder Ihren Steuerberater heran oder wenden Sie sich an uns.
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